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Zehn.

05/05/2015

zehn

Zehn. Zehn lange Jahre gibt es mein kleines Chaos und Wahnsinn mittlerweile, wenn das nicht einen kleinen Eintrag wert ist. Zehn Jahre, wow. Zehn!

Wieviel hat sich seither getan, in meinem Leben, mit meiner Persönlichkeit, mit meinem Ich. Wenn ich mir die ersten Beiträge von damals nochmal durchlese, so scheint es mir mehr oder weniger, als wäre ich heute ein komplett anderer Mensch. Nicht mehr so unbeschwert, so leicht zu begeistern mit albernden Kleinigkeiten, so spontan und aus dem Bauch heraus. Andererseits war ich nie wirklich unbeschwert, aber es gab diese Seite, die das Leben einfach nicht so ernst nehmen wollte, wie es sich ausgab, diese Seite, die Abenteuer und Sonne wollte, und natürlich Kaffee, aber auch nicht viel mehr erwartete. Diese Seite, denke ich, ist mir in den Jahren verloren gegangen. Vielleicht ist das dieses Erwachsen werden?

Es gab Daily Pics, von mir, oder dem Leben, oder ein paar Jahre lang sogar von beidem gleichzeitig – etwas für das ich heute gar keine Zeit mehr hätte, aber ich denke gern daran zurück. Text- und Kopfergüsse, Fundstücke aus dem Internet, die heute keine Sekunde Beachtung mehr wert sind … ja, mein Blog ist wirklich in die Jahre gekommen. Aber vielleicht gerade deshalb kann und will ich „mein Baby“ einfach nicht los lassen, Teenager sind eben etwas komplizierter, aber ist nicht alles immer nur eine Phase?

Schon bevor hier ein Jahr wegen unserem Zwerg Ruhe herrschte sind mir die Worte immer weniger geworden. Nicht weil ich weniger zu erzählen gehabt hätte (oder habe), Zeit spielte sicherlich eine Rolle, aber ich glaube hauptsächlich habe ich immer weniger geschrieben und gepostet umso mehr ich Blogs las. Mittlerweile ist mein Feedreader auf über 200 Feeds gewachsen, eine bunte Mischung aus Reise-, Koch-, Näh-, Mami-, Kreativ-, Strick- und Technikblogs, aus Deutschland, aber auch aus Amerika und Skandinavien beispielsweise. Klassische Tagebuchblogs gibt es kaum noch, dafür jede Menge durchgestylte Blogs, mit ausgearbeiteten Postingstundenplänen, feste Tage mit vorbereiteten Inhalten, Profifotos, bezahlter Werbung – es ist eben regelrecht ein Berufszweig daraus entstanden. Den Beruf „Blogger“ kannte man vor zehn  Jahren noch nicht.

Umso mehr ich las, umso mehr kamen mir meine Worte profan vor, Fundstücke, die jemand anders schon Monate vorher präsentiert hatte, Rezepte, die schon zigfach gekocht wurden, Aufreger, die schon lang keine mehr waren … warum sollte ich noch darüber schreiben, wenn es so viel andere schon so viel besser geschrieben hatten? Und so wurde es ruhiger, ich bloggte im Kopf, sammelte meine Fotos auf der Festplatte und hörte auf, alles mögliche ins Netz zu schütten.

Dennoch. Chaos und Wahnsinn wird bestehen bleiben, wenn ich auch die Worte nicht wiederfinden sollte, wenn ich einmal im Jahr am 5.5. darüber schreibe, daß ich nichts mehr schreibe … dann sei es so (und ich hoffe es mal nicht.)

Tanya, sentimental, mit dem 1240sten Post etwas durcheinander daher faselnd dem klitzekleinen Blog gratulierend.

 

p.s.: sollte sich an dieser Stelle nochmal durch alte Postings wühlen und Fotos vermissen; ipernity hat irgendwann Ende letzten Jahres beschlossen, seine bisherige Gratisleistung unbegrenzt Fotos zu beherbergen einzustellen und erhob eine saftige Gebühr … da ich zu der Zeit bockiger Weise keine Lust hatte diesen plötzlich erzwungenen Jahresbeitrag zu leisten, aber auch keinen Nerv hatte die Fotos irgendwo anders zu lagern und neu zu verlinken wird es in nicht unerheblich vielen Artikeln Bildanzeigefehler geben. Ich hoffe ich finde mal Zeit und Nerven mich damit auseinanderzusetzen.

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8 Kommentare leave one →
  1. 06/05/2015 08:33

    Happy Blogsday, liebe Tanya!
    (Ich traue mich gerade nicht, schon wieder völlig überschwänglich rumzukreischen, weil ich mich so freue, von dir zu lesen, um nicht zu anstrengend oder aufdringlich zu sein, aber hey, mir wäre schon danach, weil ich mich so sehr freue!)

    Schön, dass es dich und dein Blog gibt! Schön, dich zu kennen! ♥

    • 09/05/2015 19:29

      Dankefein :)

      Überschwenglich? Anstrengend? Aufdringlich? Attribute die mal so gar nicht zu „Freude“ passen! Freude kann nie zur genüge ausgedrückt werden. Nicht dass ich Dich jetzt auffordere Dich mehr zu freuen. Quasi, ach, Du weißt schon ;)

      Danke, danke, liebe Katja.

  2. 06/05/2015 18:25

    So lang gibt’s dein Blog schon!!
    Du bist ja ein echter Dino ;-)

    Mir geht’s aber wie Katja, ich freu mich total, von dir zu lesen, trotz anderer Kanäle….so ein Blog ist doch trotzdem was feines.
    Muss ja nicht immer weltbewegend sein, was man so von sich gibt…aber ich finde trotzdem diese Art des Tagebuchführens eine feine Sache.

    Und: du wirst es nicht glauben, aber dein Küchenmonster steht nach wie vor auf meinem Fensterbrett und beobachtet mein merkwürdiges Werkeln :-D

    • 09/05/2015 19:27

      Dankefein :)

      Und Deine Tasse ist nach wie vor meine Teetasse. Weil ich aus meinen Kaffeetassen keinen Tee trinke, ist die kleine Blümchentasse nur und ausschließlich dem Tee vorbehalten, während der Stillzeit vom Zwerg hat sie jede Menge Tee gesehen und ich denke wahrlich jedes Mal daran, wo sie mal herkam.

  3. 06/05/2015 20:33

    Wir sind eine Randgruppe. :) Ohne die geht es aber auch nicht. Alles gute zum 10. :)

    • 09/05/2015 19:24

      Dankefein :)
      Genau, Randgruppen vor! Die lese ich meist sowieso lieber, weil sie um einiges persönlicher und „von der Leber weg“ geschrieben sind als die neue Generation an durchgestylten Blogs.

  4. 15/05/2015 19:21

    Jetzt bin ich natürlich wieder zu spät dran. Trotzdem: Happy Blogsday!
    Bei mir ist es ja in letzter Zeit auch recht ruhig geworden. Die Gründe ähneln deinen. Ganz loslassen kann ich aber auch nicht …

  5. 19/05/2015 08:19

    Herzlichen Glückwunsch! 10 Jahre Blogger – wow, das nenn ich mal Durchhaltevermögen. Und ja, ich lese lieber die kleinen feinen Blogs, die bei denen ich das Gefühl habe da sitzt wirklich noch ein Mensch, der sich Gedanken macht, ein Mensch, der mich ein kleines Stückchen in sein Leben blicken lässt, der mich eine Winzigkeit mit des Weges nimmt… Danke, dass Du dazu gehörst.

    Liebe Grüße
    Rabea

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