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Das Monster unter meinem Bett (2)

15/05/2011

Was für ein gruseliger Sonntag.

Gestern wurde es spät, so gegen 3 Uhr bin ich von der Couch ins Bett umgezogen (sogar ohne vorher auf dieser einzupennen) und freute mich auf einen Sonntag mal wieder zu Hause, der mit ausgiebigen Ausschlafen angefangen werden sollte. Gegen halb 8 war ich wach. Super. Während ich aufwachte, befand ich mich noch so halb im Traum, der von irgendwas mit Maschinentippen handelte. Eine fremde Frau tippte mit mir um die Wette auf einer altmodischen Schreibmaschine und schrie mich andauernd an, ich wäre nicht schnell genug.

Noch so halb im Traum und halb wach hörte ich ein Geräusch, dass ich vor knapp zwei Jahren schon einmal hörte:“flapflap“ Oh nein, dachte ich, da wird sich doch nicht schon wieder ein Vogel an die gleiche unwahrscheinliche Stelle unter meinem Bett verirrt haben? Noch ganz verschlafen setzte ich mich auf und lauschte. Und hörte – nichts mehr. Aber natürlich ließ es mir dann keine Ruhe mehr, ich meine, wer legt sich schon wieder ganz in Ruhe schlafen, wenn unter dem Bett vielleicht ein Vogel liegt? Börgs. So fing ich also um kurz vor 8 am Sonntag morgen an mein Bett auseinander zu nehmen. Das volle Programm noch einmal, Matratze runter und raus, Lattenrost runter und raus, mit Spotlights jeden Winkel ausleuchten, unter die Heizung kriechen. Aber diesmal fand ich nichts – und ich hörte auch nichts mehr.

Weil die Möglichkeit 50% zu 50% stand, dass ich mir das nur eingebildet/geträumt hatte oder dieser Vogel wirklich irgendwo da war, konnte ich es nicht einfach vergessen. Nach einem Kaffee verbrachte ich also den Großteil des Sonntags damit das ganze Schlafzimmer auf den Kopf zu stellen, jeden noch so unzugänglichen Winkel und mögliche Schlupflöcher auszuleuchten und nach zu schauen. Ich fand gar nichts, habe jetzt aber ein wirklich pollenfreies und porentief reines Schlafzimmer, weil ich die Gelegenheit genutzt habe um überall da mal zu saugen, wo man sonst nicht unbedingt jeden Tag saugt. Die einzige verbliebene Möglichkeit ist, dass er hinter den Monsterkleiderschrank geflogen ist und nun da hockt, denn da kann ich nicht nachschauen. Gut 2,5 Meter breit und sicher nochmal so hoch, geschätzte 100kg ohne Inhalt, den verschiebt man nicht einfach so. Und abbauen? Hm.

Den ganzen Tag über habe ich das Geräusch auch nicht mehr gehört und versuche mir mit aller Gewalt einzureden, dass das wirklich aus meinem Traum war, oder das Rollo vom Wind gegen das Fenster geweht wurde, oder draußen vor dem Fenster ein Vogel war, oder oder.

Leider klappt das es nicht so recht.
Nein, ich werde meinen Kleiderschrank um diese Uhrzeit nicht abbauen.
Aber ins Bett gehen will ich auch nicht. Gruselig. Ich glaube, ich schlafe auf der Couch.

Tanya, lauschend.

 
 
 
 
 
Uhr: 00:43
Hörbar: Downface ~ Lies
Laune: Müde, genervt

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3 Kommentare leave one →
  1. 16/05/2011 19:04

    any news?

  2. 16/05/2011 20:38

    Dieses komische Gefühl, das nicht mehr weichen will und einen den ganzen Tag irgendeinen Kram tun lässt, den man gar nicht tun wollte, nur um eine Bestätigung für oder gegen etwas zu bekommen, von dem man annimmt, das es sein könnte, kenne ich. Ätzend das.

    Wie ging’s denn weiter?

  3. 16/05/2011 23:12

    Keine News.
    Ich habe mich dann an mein eigentlich rationales Wesen erinnert (erinnern lassen) und das sagte mir, dass ich das Geräusch nur ein einziges Mal morgens im Halbschlaf gehört und wegen den Vorkommnissen vor zwei Jahren entsprechend interpretiert hatte.
    Ich hatte ja überall nachgeschaut und was mich dann selber letztendlich überzeugt hat: Würde da was hinter dem Kleiderschrank sitzen, so hätte ich das im Bett liegend gar nicht so ‚laut‘ hören können, da der schon ein ganzes Stück weg steht und wie gesagt ziemlich massiv ist.
    Nach einigem Ringen mit mir und meinem Hirn bin ich dann doch ins Bett gegangen und bin dann auch irgendwann eingeschlafen – ohne das Geräusch (auch bis jetzt nicht) nochmal gehört zu haben. Mein rationelles ich und mein sich gruselndes ich haben sich auf einen Halbschlaftraum geeinigt.

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