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Glücklich im Kontrast

05/09/2008

Gedankenmüll, bitte weiter gehen …
 
(Kopfschüttler und Gedankenmüllhalden klicken auf weiter)

Manchmal wünschte ich mir,
mich würde mal jemand ernsthaft fragen „wie geht es Dir“.
Nicht als oberflächliche Floskel, als Pausenfüller, nicht als Einstiegssatz, sondern mit ehrlichem Interesse.
 
Wenn mich jemand so dahin geklatscht fragt (wenn überhaupt jemand fragt), sage ich stets „beschissen, wie immer“, genieße kurz den verwirrten Blick des Fragenden, welches dann in ein unsicheres Lächeln übergeht und lächele dann mit.
Ich bin immer ein lachendes Emo Schweinchen …
Was soll ich auch sonst machen? Frau Müller aus der Fleischerei meine
verkorksten schwarzen Gedankengänge darlegen, nur weil sie höflich sein wollte?
 
Überhaupt hab ich doch gar kein Recht, mich beschissen zu fühlen, schließlich verhungern irgendwo Kinder und woanders wehen Klimakatastrophen Häuser weg und am anderen Ende der Welt tobt ein niemals endender Krieg, ich habe Arbeit, ein Dach über dem Kopf und Menschen, so um mich herum.
 
Vielleicht wünsche ich mir ernsthaft gefragt zu werden um heraus zu finden wie es mir geht.
Geht es mir beschissen, oder meine ich das nur? Zieht mich der Sumpf und ich suhl mich genüsslich drin, des suhlen willens, obwohl es mir Theoretischerweise super geht? Nein, geht es mir nicht. Oder?
Irgendwann wird mal jemand kommen und ich werde ihm/ihr meine ganzen verqueren Suhlerein und viel zu sehr aufgedreht –erein um die Ohren werfen, für und wider abwägen und vielleicht dann erfahren, wie es mir geht.
 
Natürlich bin ich auch so eine, die nicht an perfektes Glück glaub, die misstrauisch wird, wenn es zu rund läuft, dann provoziere ich ein Verhalten, welches eindeutig ein negatives Echo hat um dann sagen zu können „ha! Wusste ich es doch“. Danach geht es mir logischerweise wirklich beschissen, schließlich habe ich jemanden verletzt, der nun sauer/verletzt/böse auf mich ist, aber immerhin habe ich dann eine eindeutige Gefühlslage.
So irgendwie.
 
Ich glaube, manchmal ticke ich einfach nicht richtig.
Zumindest nicht in die richtige Richtung.
 
Freud sagt:
„Die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten. Was man im strengsten Sinne
Glück heißt, entspringt der eher plötzlichen Befriedigung hoch aufgestauter Bedürfnisse und ist seiner Natur nach nur als episodisches Phänomen möglich.
Jede Fortdauer einer vom Lustprinzip ersehnten Situation ergibt nur ein Gefühl von lauem Behagen. Wir sind so eingerichtet (!), dass wir nur den Kontrast intensiv genießen können, den Zustand nur sehr
wenig. Damit sind unsere Glücksmöglichkeiten schon durch unsere Konstitution beschränkt.“

 
Heißt in der Konsequenz also, damit ich richtig glücklich und zufrieden bin, wenn ich es denn bin (und das bin ich ab und an so richtig richtig dolle zur Zeit), brauche ich dann die Phasen der ungeklärten Schwermut, des Maulens und rumsuhlen in tiefen Löchern
um die Phasen des Glücks richtig auskosten zu können?
 
Macht irgendwie Sinn … für mich jedenfalls, bzw. würde es Erleichternerweise mein mir selbst unverständliches Verhalten erklären.
 
Tanya, seufzend.
 
 
 
 
 
Hörbar: Biffy Clyro – Machines
Laune:

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