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Fahrradfahrer, Menschen dritter Klasse?

08/05/2005

Das frage ich mich immer wieder mal und gestern war es wieder so weit … ich wurde als Fahrradfahrer diskriminiert. Zu hart ausgedrückt? Mag sein, aber so ist es doch.

Aber fangen wir von vorne an.

Grob gesehen, lassen sich die Menschen, die sich auf den Straßen bewegen in drei Klassen teilen.

1) Autofahrer
2) Fußgänger
3) Fahrradfahrer

Ja hey ich weiß, benachteiligt fühlen sie sich alle, die Autofahrer, weil sie nit so schnell fahren dürfen, wie sie wollen, nicht parken dürfen wo sie wollen … die Fußgänger, weil die Autofahrer parken wo sie wollen.

Aber Radfahrer (und dass behaupte ich jetzt einfach mal) sind am schlimmsten dran. Gerade gestern durfte ich es am eigenen Leib mal wieder erfahren.

Als armer Studi ohne Auto drauf angewiesen, mit dem Rad Einkäufe zu erledigen respektive SixPacks nach Hause zu transportieren nutzte ich also eine Regenpause um genau das zu tun.

Schon auf dem Weg zum Supermarkt wurde ich, obwohl in Benutzung des Radweges, auf der richtigen Straßenseite, mit einem verkehrstauglichen Fahrrad in angemessener Geschwindigkeit unterwegs, auf die übelste Weise beschimpft. Am liebsten machen das unsere älteren Mitbürger. Einfach so, denn natürlich könnte man ja das Fahrrad auch schieben, und hey, wie rücksichtslos von mir, mit dem Fahrrad den Fahrradweg nutzen zu wollen und zwei Rentner darauf hinzuweisen, dass sie ihren Klatsch über die neue Nachbarin geradewegs auf diesem halten, obwohl der Fußweg (4x so breit) weder zugeparkt, noch mit anderen Passanten besetzt war.

Knapp den wüsten Beschimpfungen und wild geschwungenen Regenschirmen in Kopfnähe ausgewichen, setzte ich meinen Weg unbeirrt fort, war man doch als Fahrradfahrer solch hässlichen Szenen tagtäglich ausgesetzt.

Auf dem Rückweg aber ereignete sich die eigentliche Szene, die mich zu diesem, zugegebener Maßen in Rage geschriebenen, Beitrag führte.

Die wackeligen Getränkevorräte auf dem Gepäckträger verstaut, restliche Einkäufe im Rucksack, ausnahmsweise ohne Musik auf den Ohren und glücklicherweise mal mit den Gedanken nicht weit entfernt zockel ich gemütlich gen Heimat.

Weiche gekonnt einer Mutter mit Kind aus, die plötzlich zwischen zwei parkenden Autos hervorschiesst (ist es heutzutage aus der Mode geraten nach Links und Rechts zu schauen, bevor man eine Straße überquert?) um gleich darauf eine Autotür vor das Vorderrad geknallt zu bekommen.

Trete in die Bremse (Jessas, wie oft hab ich diese altmodische Rücktrittbremse schon in meine Gebete aufgenommen) komme schlingernd, die Einkäufe balancierend, das Fahrrad auf regennasser Straße vor dem Umkippen rettend, mit bis zum Hals schlagendem Herz Millimeter vor der Tür zum stehen.

Was macht die nette Dame, die dem Auto so eben entsteigen wollte?

Richtig, sie fängt an mich wüst zu beschimpfen *tief seufzt*

An dieser Stelle kommt dann wieder meine These auf den Tisch.

Bei einem Fußgänger hätte man sich sicher entschuldigt respektive ihn zu recht gefragt, was er auf der Fahrbahn zu suchen hätte.

Bei einem Autofahrer wäre die Tür weg gewesen, bzw. es wäre nicht dazu gekommen, denn andere Autofahrer respektiert man ja und hält nach ihnen Ausschau, bevor man die Tür öffnet.

Nur die Fahrradfahrer, Menschen dritter Klasse, haben sich gefälligst nirgendwo aufzuhalten.

Eine ihren eigenen Beitrag ein bissl wirr findende, aber das mal so als Zeichen der inneren Erbostheit und als Ausdruck dem knapp entronnen Herzinfarkt so stehen lassende Tanya

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One Comment leave one →
  1. 04/01/2011 18:29

    1.
    Dem kann ich zustimmen, auf Fahrradfahrer wird wirklich zuwenig geachtet, eine Erfahrung, die ich als gebürtiger Münsterlander – die Heimat des Rads als Allverkehrsmittel – oft und schmerzlich gemacht habe. Um allerdings auch einige Autofahrer in Schutz zu nehmen: vor allem in Münster glauben einige Radfahrer, ihnen gehöre die Welt und fahren in halsbrecherischer Art und Weise nach der Methode „ich bin ein schützenswertes kleines Wesen und die ganze Welt – ergo auch alle Autofahrer – müssen auf mich aufpassen, denn ich selbst tue das nicht“. ;-)

    geschrieben von JTK/fup — 08 Mai 2005, 03:15

    2.
    Ich (unschuldig) bin von einem Autofahrer übelst umgenietet worden und durfte dann auch noch mein zerschossendes Fahrad selber bezahlen. Es gab für meine Unschuld keine Zeugen!!! :-(

    Ausrüstung eines Fahrrades gemäß der Straßenverkehrsordnung:

    1. Vorderrad-Bremse
    2. Hinterrad-Bremse
    3. Scheinwerfer
    4. weißer Reflektor
    5. Dynamo
    6. rotes Rücklicht
    7. roter Rückstrahler
    8. zusätzlich großer roter Rückstrahler
    9. gelbe Reflektoren im Vorder- und Hinterrad
    10. gelbe Rückstrahler in den Pedalen
    11. hell tönende Glocke

    geschrieben von brede — 08 Mai 2005, 11:42

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